Der Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
Als welkten in den Himmeln ferne Gärten

Sie fallen mit verneinender Gebärde.

 

Und in den Nächten fällt die schwere Erde

Aus allen Sternen in die Einsamkeit.

 

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

 

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.

 

Rainer Maria Rilke


 

 

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!

Die Luft ist still, als atmete man kaum. 

Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,

Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

 

Oh stört sie nicht, die Feier der Natur!

Dies ist die Lese, die sie selber hält.

Denn heute löst sich von den Zweigen nur,

Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

 

Friedrich Hebbel